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Der Pathoskiller Im Nachwort seines Romans "Der Name der Rose" forderte Umberto Eco für die Kunst, dass die Vergangenheit "auf neue Weise ins Auge gefasst wird: mit Ironie, ohne Unschuld". Seit fünfundzwanzig Jahren pflegt das niederländische Willem Breuker Kollektief diese Maxime als Programm. Ob Märsche, Walzer, Ländler, Kirchen- oder Kinderlieder, ob Erkennungsmelodien vom Jahrmarkt, Titelmusiken aus Italo-Western oder Gassenhauer der Arbeiterbewegung - Willem Breuker kombiniert die einzelnen Formen immer in überraschenden Zusammenhängen. Dabei reicht seine Arbeit als Komponist, Arrangeur und Saxofonist weit über Nachahmung und bloßen Eklektizismus hinaus. Vielmehr gelingt es ihm immer wieder, sich den besonderen "sozialen Geist" der Stücke anzuverwandeln, ihn in einen gänzlich eigenen Klangoptimismus zu transformieren. Nebenbei erweist sich der listige Ladendieb im Supermarkt der Stile als einer der größten "Pathoskiller" des zeitgenössischen Musikbetriebs. (Peter Kemper in der FAZ) Soundclip: Song of Mandalay (K. Weill, arr. W. Breuker) |